Raphanus raphanistrum
Geist und Gemüt
Benommenheit, wie nicht ausgeschlafen, wie berauscht, betäubt etc.
Den ganzen Tag eingenommener Kopf (in den Tagen nach Ende der AMP). (1)
Bewegungen: Zwangsbewegungen, Automatismen, Gesten, Lagen
Grobes Kratzen im Hals, hinten, zwingt zum Rachsen, ohne daß etwas herausgebracht wird. (1)
Sprechen
Er murmelt und spricht im Schlaf, was ihn aufweckt. (1)
Träume
Die ganze Nacht unruhige Träume. (1)
Leichter Schlaf mit unruhigen, belastenden (pénibles) Träumen, vom Tode usw. (1)
Er träumte mehrmals, daß er betrunken sei. (1)
Schlaf
Leichter Schlaf mit unruhigen, belastenden (pénibles) Träumen...; ... gegen Morgen ein wenig besser, aber oft unterbrochen. (1)
Er murmelt und spricht im Schlaf, was ihn aufweckt. (1)
Modalitäten, Causae
Nach mäßigem Mittagessen, Aufblähung und Spannung des Bauches (bas-ventre), so ausgeprägt, als habe er viel gegessen. (1)
Tagsüber Kratzen im hinteren Teil des Schlundes, das ihn zwingt, zu rachsen, schlimmer, wenn er Brot ißt. (1)
Nachdem er ein wenig gegangen ist, große Müdigkeit und Einknicken (brisure) der Beine... (1)
Dumpfer Kopfschmerz, vor allem oben, in den Stirnhöckern, mehr dem linken, im Freien, in der Stube vergehend. (1)
Nachts im Bett, beim Wachliegen, Abhusten von viel weißlichem Schleim wie bei einem „Schleimfieber". (1)
Schauder (horripilations), welche den Rücken hinunterlaufen, häufig, die Nacht im Bette. (1)
Der ganze rechte Fuß ist kalt, nachts im Bette. (1)
Eine Art Heißhunger (boulimie) ohne Appetit, um 4 Uhr früh im Bette. (1)
Gegen Morgen: Schwitzen; Schlaf ein wenig besser. (1)
Rechts: Schmerz im Leberlappen; kalter Fuß. (1)
Links: dumpfer Schmerz im Stirnhöcker; rotes heißes Ohr; Schmerz der Tonsille; Kneifen unterhalb des Nabels; Stiche, wie Koliken, in der Bauchseite; Reißen auf der Schulterhöhe, im Arm, im Schenkel; krampfhafte Spannung im M. sternocleidomastoideus. (2)
As-if-Empfindungen
Zungenspitze wie verbrannt. (1)
Nach mäßigem Mittagessen, Aufblähung und Spannung des Bauches (bas-ventre), so ausgeprägt, als habe er viel gegessen. (1)
Leichtes Kneifen unterhalb des Nabels, links, wie wenn ein weicher Stuhl kommt. (1)
Recht starker Schmerz im rechten Leberlappen, wie eine Beklemmung (serrement), später wie ein Geschwür, selbst nachts. (1)
Stiche an verschiedenen Stellen der Brust, oberflächlich, wie in den Knochen, v.a. im Sternum. (1)
Hin-und-Herziehen (tiraillements) und etwas Reißen (déchirements) im linken Arm und seinem Gelenk; zugleich Schwäche im Ellenbogengelenk, als habe er eine schwere Bürde (fardeau) getragen. (1)
Nachdem er ein wenig gegangen ist, große Müdigkeit und Einknicken (brisure) der Glieder (Beine, vr), wie nach einer Fußreise. (1)
Synonyma – Hederich, wilder oder falscher Rettich, Raphanistrum arvense, hom. Abkürzung: Raphani. (2).
Biologie, Chemie und Physiologie – Der Hederich, ein einjähriges Ackerunkraut aus der Familie der Kreuzblütler, stammt aus dem Kaukasus und wurde im Altertum nach Europa eingeschleppt. Wahrscheinlich ist er der Urahn des Rettichs. Im Aussehen gleicht er einer Rettichpflanze; er bildet aber keine eßbare Wurzel aus, sondern die ganze Wachstumsenergie schießt ins Kraut. Seine Blüten sind wie die des Rettichs weiß, weißgelb oder rötlich; bei zwei weit häufigeren Kreuzblütlern unserer Äcker, mit denen er von Unkundigen oft in einen Topf geworfen wird, dem wilden Ackersenf (Sinapis arvensis) und der Kulturpflanze Raps (Brassica napus), sind sie dagegen leuchtend gelb. Seine Samenschoten sind schmaler und stärker eingeschnürt als die des Gartenrettichs. Die jungen Blätter sind eßbar. Sie schmecken brennend, kratzen durch ihre Behaarung grob im Hals, erzeugen Pharyngitis mit Schleimrachsen, wirken expektorierend und blähend; ihre physiologische Wirkung gleicht somit der des Rettichkrauts. „Klemmen (serrement) in der Haut des Scheitels", „Druck in der Nasenwurzel", „Stiche im rechten Ohr", „heiße rote Ohren", „Kitzel im Kehlkopf, wie in der Stimmritze" und „krampfhafte Spannung des M. sternocleidomastoideus" sind erwähnenswerte Lokalsymptome. Auch fällt auf, daß er die meisten Symptome links hat, obwohl er ein Leber-Gallenmittel ist (1). Arzneilich verwendet wird die Pflanze meines Wissens nicht.
Mittelbeziehungen – Raph. ist fast wirkungsgleich. Verwechselbar mit Lyc. wegen des kalten rechten Fußes, doch hat der Bärlapp auch die meisten anderen Symptome rechts.
Quellen – 1) Nusser/Revue de la matière médicale spécifique/1 (1840)/S. 606 f. p (Essen der Pflanze, durch einen Probanden, der auf Rettichverzehr mit Symptomen zu reagieren pflegte); 2) Datei „Authors & Remedies" von MacRepertory 5.3.