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REVISION DES ARZNEIMITTELBILDS NACH A. MASI-ELIZALDE
von: Christian Gallasch, Bremen
GRUNDGEFÜGE
1.1 PRIMÄRE PSORA:
1.1.1 LEITMOTIV / METAPHYSISCHER NUKLEUS
Es geht um selbstlose Liebe [S.Th. II 26] als Bedingung der Individuation [S.Th. II 28,1; vgl. S.Th. III : LXXXVIII]
1.1.2 DER TRANSZENDENTE WERT / Neid auf ein göttliches Attribut
Gott braucht weder Gnade noch Gemeinschaft, um tätiges Selbst zu sein; als "dreifaltiger" Gott [S.Th. I 27] ist er
immer schon reine Tätigkeit und Gemeinschaft aus sich [S.Th. I 28 und 30].
AURUM will gleichermaßen frei und bedingungslos aus sich schöpferisch-liebendes Individuum sein [S.Th. I 45,5].
1.1.3 ABLEHNUNG EINER MENSCHLICHEN DASEINSBEDINGUNG
Die menschliche Möglichkeit, diesen Wert zu leben
Der Mensch findet Individuation über das gelingende Verhältnis von Tat und Gnade (M. Buber [MB]): Teilnahme an der von
Gott empfangenen Liebe führt zu tätiger Liebe [S.Th. II 28,6] in der Gemeinschaft mit allen geschaffenen Wesen [S.Th. I
43; III 26,4 - 6]. AURUM will weder von der Gnade (~ Gott) [S.Th. II 109,2 - 10 und: 110,1 - 4], noch von der
Integration des Leiblichen abhängig sein: Letzteres bezieht sich auf den eigenen Leib [S.Th. III 25,5] ebenso wie auf
die "Heilige Gemeinschaft der Sünder" ~ Ecclesia [S.Th. III 183,2; vgl. III : XCIX ff.].
1.1.4 FOKUS DER INNEREN AUFMERKSAMKEIT
Individualität erfährt sich als "Einzigartigkeit", "Besonderheit". Jede Vermengung mit dem Allgemeinen, Sozialen
bedroht potentiell / vermeintlich die AURUM-"Ich-Erhöhung". AURUM hat zu lernen, dass gerade die soziale Verbindung, die
Berührung mit dem ÄHNLICHEN, Identität und Liebe erst stiftet [S.Th. II 27,3].
1.2 THEMEN (incl. Symptome der reaktiven Phasen !)
1.2.1 Das Ich-Ideal
1. Schuld / Reue / Selbstvorwürfe
Es treibt ihn zu beständiger Bewegung fort, und seine Untätigkeit reut ihn, obschon er nichts arbeiten kann [12] Unruhig
und unsicher (...), glaubt er, immer etwas zu versäumen, und sich dadurch Vorwürfe zuzuziehen [13]
Mutlos und verzagt, glaubt er, er mache alles verkehrt / es gerate ihm nichts [19] [sowie: 20]
2. (Narzisstische) Kränkung
Er glaubt, der Liebe anderer verlustig zu sein, dies kränkt ihn bis zu Tränen [3]
Er glaubt, überall etwas Hinderndes im Weg zu finden, und dies bald von einem widrigen Schicksale, bald durch ihn selbst
veranlasst, welches letztere ihn sehr kränkend nieder- schlägt [4]
Höchst aufgelegt, beleidigt zu werden, selbst das geringste ihm kränkend Scheinende traf ihn tief und herausfordernd
[28]
1.2.2 Der Identitätsverlust
3. Liebesverlust und Vernichtung
Unter Heulen und Schreien glaubt sie, unwiederbringlich verloren zu sein [21]
Er glaubt, der Liebe anderer verlustig zu sein, dies kränkt ihn bis zu Tränen [3]
4. Einsamkeit, Heimatlosigkeit
Große Bangigkeit, die ihn (.) von einem Ort zum anderen treibt, so dass er nirgends Bleiben hat [6]
Er ist niedergeschlagen und sucht die Einsamkeit [2]
Wahnidee, nicht in diese Welt zu passen [REP]
1.2.3 Die Ich-Suche
5. Tief nachdenken / fragen
Es drängt sie, über diesen und jenen Gegenstand tief nachzudenken [42]
Unüberwindlicher Schlaf nach dem Mittagessen, und während dieses Schlummers musste er viel denken [400]
(....), und so bestand alles Irrige aus Fragen [421]
6. Wechsel von Stimmungen
Bald Weinen, bald Lachen, abends, als wäre sie ihrer nicht völlig bewusst [35]
Stille Verdrießlichkeit und Heiterkeit wechseln öfters miteinander ab [36]
7. Religiosität
Beißender Schmerz unten in der Nase, dass ihm die Tränen in die Augen treten; wie bei Niesreiz von starkem Sonnenlichte,
oder bei hoher religiöser Wehmut, oder beim höchsten Grade des Mitleids [125]
Religious excitement [TFA 1]
8. Hoffnung
Zitterndes Beben der Nerven, wie bei einer freudigen Hoffnung [40]
9. Sonne
Beißender Schmerz unten in der Nase, dass ihm die Tränen in die Augen treten; wie bei Niesreiz von starkem Sonnenlichte
(...) [125]
1.2.4 Die Klage
10. Klage
Er wimmert laut im Schlafe [406]
Frequent weeping [TFA 9]
11. Minderwertigkeit / verzagt
Schüchternheit [15]; Kleinmuth [16]; das Mindeste macht ihn mutlos [17]
Mutloser Missmut; er glaubt, es könne ihm nichts gelingen [18] [sowie: 19; 20]
12. Fühlt sich behindert
Er glaubt, überall etwas Hinderndes im Weg zu finden, und dies bald von einem widrigen Schicksale, bald durch ihn selbst
veranlasst (...) [4]
Ein schmerzhaftes Hindernis des Schluckens in der linken Seite des Schlundes [169]
Beim tiefen Atmen (und Gähnen) empfindliche Stiche unter den Rippen, welche das Atmen und Gähnen hindern [275]
13. Zorn
Er ereifert sich in Gedanken über einige abwesende Personen [29]
Ärgerlich und auffahrend; der geringste Widerspruch kann ihn zum größten Zorne reizen [30]
Er zittert, wenn er seinen Zorn nicht auslassen kann [32]
Sucht alles auf, um mit jemand zu zanken und ihm Grobheit zu sagen [33]
Träume voll Zank [415]
[sowie: 27; 31; 34]
14. Sensibel / Intensität von Empfindungen [134; 135; 155; 386; 388; 422]
15. Berührung [80; 83; 121; 128; 133; 159; 164; 260; sowie: TFA: 291]
16. Heftige Schmerzen [78]
16.a. Brennende Schmerzen (~ heiß / rot u.ä.)
Burning heat of the whole head [TFA 57]; Burning thirst, desire for cold drinks [TFA 247];
Hot red urine, containing sand [TFA 332]; Heat, pricking, and smarting of the vulva [TFA 352] [sowie: TFA 68; 82; 87;
108; 117; 135; 213; 234;260; 261; 264; 308; 322; 354; u.v.a.)]
17. Beschwerden durch geistige Tätigkeit
Es drängt sie, über diesen und jenen Gegenstand tief nachzudenken; sie wird aber davon ganz schwach, zittrig und feucht
am Körper [42]
Kopfarbeiten greifen ihn sehr an, und er fühlt sich erschöpft [44] [sowie: 45; 55; 397; sowie: TFA 55]
1.2.5 Die Nacht / der Abschied
18. Menschenscheu / -ekel
Besorgtheit; schon ein Geräusch vor der Türe machte ihn ängstlich; er befürchtete, es möchte jemand hereinkommen; wie
menschenscheu [14]
Einige Personen sind ihm höchst zuwider [26]
Desire for solitude [TFA 4]; Weariness, causeless vexation [TFA 31]
19. Höhe (Bücken <) (Schwindel/Kongestion)
Traum, als solle er von einer großen Höhe fallen [413]; [sowie: TFA 50]
20. Schwere
Die Vorderarme sind schwer in der Ruhe, aber nicht bei Bewegung [324]
Weight on the pubis [TFA 296]
21. Nacht / Finsternis / schwarz
Klammartiges Reißen in den Handwurzelknochen beider Hände, tief innen (...), besonders nachts (...) [330]
Eine wund schmerzende Stelle entsteht nachts (...) [350]
Undeutliches Sehen, als wäre ein schwarzer Flor vor die Augen gezogen [110]
Sie träumte die ganze Nacht, dass sie im Finstern wäre [420]
[sowie: 112; 284; u.v.a]
22. Todessehnsucht / -nähe
Melancholie; er glaubt, nicht in die Welt zu passen, und sehnt sich daher nach dem To de, an den er mit inniger Wonne
denkt [5]
Große Bangigkeit und Schwäche, dass man ihn dem Tode nahe glaubt [7]
Große, bis zur Selbstentleibung steigende Angst (...) [10]
Träume von toten Menschen [414] [sowie: 22; 385; sowie: TFA 6]
1.2.6 Die Qual
23. Druck / Drücken / drückend (Druckschmerz; Druck <; u.ä.) [57 - 62; 81 - 84; 90 - 95; 116; 120; 154; 167; 195;
197; 200 - 202; 288 - 291; 306; 312; 320; 325; 362; 363; u.v.a]
24. Brustbeklemmung / tief atmen
Engbrüstigkeit beim Lachen oder stark Gehen, als wenn die Brust zum Einatmen zu eng und vorn zu flach und zu platt wäre
[283]
Ungeheure Beengung der Brust mit Erschwerung des Atmens, nachts [284]
Beengung der Brust, auch in der Ruhe, und in keiner Lage erleichtert; er holt immer tief
Atem und kann nicht genug Luft schöpfen [285] [sowie: 280 - 282; 286 - 287; 269; 274; u.v.a]
Sense of suffocation soon after eating [TFA 376]
25. Herz / Herzensangst
Große Bangigkeit, die aus der Gegend des Herzens entspringt, und ihn von einem Ort zum anderen treibt (...) [6]
Öftere Anfälle von Herzensangst und zitternder Bangigkeit [8]
Das Herz scheint im Gehen zu schüttern, als wenn es los wäre [298]
Zuweilen ein einziger, sehr starker Herzschlag [299] [sowie: 9; 300 - 301]
1.2.7 Der Erlösungsversuch
26. Kongestion / Kreislaufirritationen
Heftiger Drang des Blutes nach dem Kopfe, beim Bücken, was nach dem Aufrichten wieder vergeht [76]
Auffallende Wallung im Blute, als kochte es in allen Adern [383]
Alles Blut scheint ihr sogleich vom Kopf herab in die Beine zu gehen, die wie gelähmt werden; sie sinkt zusammen und
muss sich augenblicklich setzen [384] [sowie: 74 - 75]
27. Nervös / unruhig / agitiert
Unruhe und hastiges Treiben zu körperlicher und geistiger Tätigkeit; er kann nichts schnell genug machen und sich nicht
zu Danke leben [11]
Es treibt ihn zu beständiger Bewegung fort, und seine Untätigkeit reut ihn, obschon er nichts arbeiten kann [12]
Unruhig und unsicher (...), glaubt er, immer etwas zu versäumen, (...); er schien diese Unruhe im Innern mit sich
herumzutragen, sie benahm ihm alle Ausdauer und Energie [13]
Es zwingt ihn, sehr hastig zu essen, besonders beim Anfange der Mahlzeit [187] [sowie: 40; u.v.a.]
28. Heiter / kommunikativ / wohlauf
Gute Laune den ganzen Tag, mit Gesprächigkeit und Selbstzufriedenheit [37]
Wohlbehagen im ganzen Körper [389]
Selbst bei der unfreundlichsten Witterung befindet er sich in der freien Luft wohl, und sie behagt ihm [390] [sowie: 38
- 39; 419]
29. - Stimulantien
Großes Verlangen auf Kaffee [186]
Desire for spirituous liquors [TFA 248]
1.2.8 Der Trost
30. Süß
Öfters ein süßlichter Geruch in der Nase [136]
Angenehm süßlicher Speichel läuft ihm im Mund zusammen [171] [sowie: 178]
31. Milch
Angenehmer, milchichter Geschmack im Munde [179]
Zu nichts Appetit; er kann nur kalte Milch und Semmel genießen [184]
Trüber Harn, wie Buttermilch, mit hohem Schleimsatze [242]
32. Rauschendes Wasser
Toben, Brausen im Kopfe, als wenn er an einem rauschenden Wasser säße [77]
Constant lachrymation [TFA 121]
33. Libido erhöht
Geschlechtstrieb sehr erhöht, da er doch lange Zeit geschlafen hatte [244]
Er konnte vor erregtem Geschlechtstriebe die ganze Nacht nicht schlafen, bis er ihm durch den Beischlaf genügte [246]
Zwei Nächte voll geiler Phantasieerregtheit bei schlaffer, kleiner Rute [247]
Träume mit Rutensteifigkeit, alle Nächte [416] [sowie: 245; 248 - 253]
1.3 KERNE
1.3.1 VERLUST:
Unter Heulen und Schreien glaubt sie, unwiederbringlich verloren zu sein [21]
Er glaubt, der Liebe anderer verlustig zu sein, dies kränkt ihn bis zu Tränen [3]
Traum, als solle er von einer großen Höhe fallen [413]
Sie träumte die ganze Nacht, dass sie im Finstern wäre [420]
Er habe Gottes Liebe verloren [AM]
Verlassenheitsgefühl [REP]
1.3.2 SCHULD:
Unruhig und unsicher (...), glaubt er, immer etwas zu versäumen, und sich dadurch Vor- würfe zuzuziehen [13]
Mutlos und verzagt, glaubt er, er mache alles verkehrt / es gerate ihm nichts [19]
Es treibt ihn zu beständiger Bewegung fort, und seine Untätigkeit reut ihn, obschon er nichts arbeiten kann [12]
1.3.3 STRAFE:
Wahnidee, er sei verdammt [REP]
Beißender Schmerz unten in der Nase, dass ihm die Tränen in die Augen treten; wie bei
Niesreiz von starkem Sonnenlichte, oder bei hoher religiöser Wehmut, oder beim höchsten Grade des Mitleids [125]
Es drängt sie, über diesen und jenen Gegenstand tief nachzudenken; sie wird aber davon ganz schwach, zittrig und feucht
am Körper [42]
Burning heat of the whole head [TFA] u.v.a. (s.a. 1.2.1. 16.a und 17)
1.3.4 RECHTFERTIGUNG:
Mutloser Missmut; er glaubt, es könne ihm nichts gelingen [18]
Er glaubt, überall etwas Hinderndes im Weg zu finden, und dies bald von einem widrigen
Schicksale, bald durch ihn selbst veranlasst (...) [4]
Ein schmerzhaftes Hindernis des Schluckens in der linken Seite des Schlundes [169]
Beim tiefen Atmen (und Gähnen) empfindliche Stiche unter den Rippen, welche das Atmen und Gähnen hindern [275]
Er ereifert sich in Gedanken über einige abwesende Personen [29]
Alles Blut scheint ihr sogleich vom Kopf herab in die Beine zu gehen, die wie gelähmt werden; sie sinkt zusammen und
muss sich augenblicklich setzen [384]
Unruhig und unsicher (...), glaubt er, immer etwas zu versäumen, (...); er schien diese Un- ruhe im Innern mit sich
herumzutragen, und sie benahm ihm alle Ausdauer und Energie [13]
Photophobie, insbes. Sonnenlicht [REP]
1.3.5 SEHNSUCHT:
Sehnsucht nach den Seinen, wie Heimweh [GJ]
Zitterndes Beben der Nerven, wie bei einer freudigen Hoffnung [40]
Gute Laune den ganzen Tag, mit Gesprächigkeit und Selbstzufriedenheit [37]
Wohlbehagen im ganzen Körper [389]
Selbst bei der unfreundlichsten Witterung befindet er sich in der freien Luft wohl, und sie behagt ihm [390]
(....), und so bestand alles Irrige aus Fragen [421]
Melancholie; er glaubt, nicht in die Welt zu passen, und sehnt sich daher nach dem Tode, an den er mit inniger Wonne
denkt [5]
Großes Verlangen auf Kaffee [186]
2 DIE MIASMATISCHE DYNAMIK:
2.1 SEKUNDÄRE PSORA:
Unruhig und unsicher (...), glaubt er, immer etwas zu versäumen, und sich dadurch Vorwürfe zuzuziehen; er schien
diese Unruhe im Innern mit sich herumzutragen, und sie benahm ihm alle Ausdauer und Energie [13]
Er glaubt, der Liebe anderer verlustig zu sein, dies kränkt ihn bis zu Tränen [3]
Besorgtheit; schon ein Geräusch vor der Türe machte ihn ängstlich; er befürchtete, es
möchte jemand hereinkommen; wie menschenscheu [14]
Weint, wenn sie Menschen trifft [REP]
Furcht vor Menschen / in Menschenmengen [REP]
Er glaubt, überall etwas Hinderndes im Weg zu finden, und dies bald von einem widrigen Schicksale, bald durch ihn selbst
veranlasst, welches letztere ihn sehr kränkend niederschlägt [4]
Große Bangigkeit, die ihn (...) von einem Ort zum anderen treibt, so dass er nirgends Bleiben hat [6]
Mangel an Selbstvertrauen [REP] [sowie: 19; 20; 169; 275]
2.2 TERTIÄRE PSORA:
2.2.1 EGOTROPHIE:
Es treibt ihn zu beständiger Bewegung fort, und seine Untätigkeit reut ihn, obschon er nichts arbeiten kann [12]
Unruhe und hastiges Treiben zu körperlicher und geistiger Tätigkeit; er kann nichts schnell genug machen und sich nicht
zu Danke leben [11]
Höchst aufgelegt, beleidigt zu werden, selbst das geringste ihm kränkend Scheinende traf ihn tief und herausfordernd
[28]
Einige Personen sind ihm höchst zuwider [26]
Er ereifert sich in Gedanken über einige abwesende Personen [29]
Ärgerlich und auffahrend; der geringste Widerspruch kann ihn zum größten Zorne reizen [30]
Er zittert, wenn er seinen Zorn nicht auslassen kann [32]
Sucht alles auf, um mit jemand zu zanken und ihm Grobheit zu sagen [33]
Hochmütig [REP]
Traum, als solle er von einer großen Höhe fallen [413]
Großes Verlangen auf Kaffee [186] [sowie: 27; 31; 34; 415]
2.2.2 LYSE:
2.2.2.1 AUTOLYSE:
Unter Heulen und Schreien glaubt sie, unwiederbringlich verloren zu sein [21]
Er ist niedergeschlagen und sucht die Einsamkeit [2]; Desire for solitude [TFA 4]
Sie träumte die ganze Nacht, dass sie im Finstern wäre [420]
Melancholie; er glaubt, nicht in die Welt zu passen, und sehnt sich daher nach dem Tode, an den
er mit inniger Wonne denkt [5]
Verzweiflung bei Schmerzen [REP]; verzweifelt an sich und an anderen [GJ]
Große Bangigkeit und Schwäche, dass man ihn dem Tode nahe glaubt [7]
Große, bis zur Selbstentleibung steigende Angst (...) [10]; Träume von toten Menschen [414]
2.2.2.2 HETEROLYSE:
Hass auf Personen, die ihn beleidigt haben [REP]
Gewalttätig durch Schmerzen [REP]
Neigung zu Sozialdarwinismus [CG]
3 INTERPRETATION BESONDERER / SYMBOLISCH VERSTEHBARER EINZELSYMPTOME
- Sieht von Objekten nur die untere Hälfte [REP]
==> Die Welt besteht nur aus Niederem, er selbst steht souverän "über den Dingen"
- Riecht Whisky / Weinbrand [REP]
==> Wähnt sich in steter Verbindung mit dem Spirituellen (~ Spiritus)
- Angenehmer, milchichter Geschmack im Munde [179]
==> Wähnt sich privilegiert - im Land, wo Milch (und Honig) fließen (vgl. NAT-C)
- Besserung bei Mondlicht (Augensymptome) [REP]
==> AURUM ist Sonnenmensch (~ männlich), es mangelt ihm an Mondenergie (~ weiblich) (vgl. J.W. Goethe: "Wär' nicht
das Auge sonnengleich ...")
- Sterilität / Neigung zu Abort / Verhärtung von Uterus, Zervix / Wehen qualvoll, treiben zur Verzweiflung [REP]
==> Gebären ist der weibliche Anteil an "göttlicher" Kreativität, tätiger Liebe, mit der AURUM hadert (s.o.)
4 CHARAKTERISTISCHE / AUFFALLENDE KÖRPERLICHE SYMPTOME
- Mühsamer Herzschlag [CH]
==> AURUM neigt dazu, prinzipiell den schwereren Weg zu gehen (vgl. Moses ==> Sinai); das Herz
(als sein "Prädilektionsorgan") spricht von der "Mühsal Leben"
- Wahnidee, sein Herz drehe sich rundherum [REP]
==> AURUM ist für alle da: wer immer ihn anspricht, kann mit seiner aufrichtigen Aufmerksamkeit rechnen
- Kälte der Extremitäten in Gesellschaft [REP]
==> Die selbstauferlegte Sozialität von AURUM wirkt zwangsläufig vasokonstriktorisch
5 WERTIGKEIT DER HYPOTHESE
Andere Hypothesen:
1. Masi-Elizalde: AURUM lebt das Drama des Verrats: Der Sohn hat den Vater, der Mensch Gott verraten.
Daraus resultieren die qualvolle Schuldthematik, die übermenschlichen Bemühungen der Wiedergutmachung (durch
Verantwortung und Herstellung von Wert und Würde) sowie schließlich die entsetzliche Verzweiflung von AURUM.
2. Die holländische Arbeitsgruppe formuliert in Anlehnung an Masi als Grundthema die "Ehrlichkeit gegenüber dem
Schöpfer", resp. das Versagen der Redlichkeit im Judas-Verrat.
Daraus resultieren u.a. die religiöse Manie und die Nostalgie von AURUM.
3. AFADH: Die Gruppendiskussion vom 8.4.1989 ist nicht sehr konsistent. Als bedeutendere Themen lassen sich erkennen:
- Ablehnung der "Verrat"-Hypothese von Masi-Elizalde
- Selbstzufriedenheit als höchstes subjektives Ziel
- Unstillbares Verlangen nach Erfolg
- Unveränderbarkeit / Wert / Vollkommenheit / Perfektion (~ Gold)
- Mag nur Gott, nicht "Prinz" (~ Adam) sein
6 WEITERFÜHRENDE SYMBOLISCHE MOTIVE
6.1 SIGNATUR DES STOFFES
GOLD: - Edelmetall ~ geht keine Verbindung ein ~ Einzelgänger
- nahezu unzerstörbar
- verliert bei der Ankunft auf der Erde nicht seine kosmische Seite [R.Steiner]
- ist global anwesend: In der Erde etwa in einer "D 9", im Meer etwa in einer "D 7" (unser Planet ist gewissermaßen
"durchpotenziert" ) [WP]
- Fundorte: Einsame, (ursprünglich) unbewohnte Gegenden: Sibirien / Südafrika (54% der Weltförderung) / Rocky Mountains
("Goldrausch") / Australien (das vermeintliche Dorado für Auswanderer/Glückssucher) / Kanada
- 19 mal schwerer als Wasser; keine Supraleitfähigkeit durch Kälte
- Zusammenhaltekräfte:
Blattgold: bis ein 10.000stel Millimeter walzbar !; 1 Gramm Gold ziehbar auf 2 km Draht !
6.2 MYTHOLOGIE / ETYMOLOGIE
6.2.1 (Schöpfungs-) Mythologien:
AT: 2 Mos 32: Die Legende vom "Goldenen Kalb": Erste bezeugte Homöopathische Heilung / Arzneimittelprüfung:
"..; und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und zerschmelzte es mit Feuer, und zermalmte es zu Pulver, und stäubte
es aufs Wasser, und gab`s den Kindern Israels zu trinken; ...; (sprach Moses:) «Gürte ein jeglicher sein Schwert ...,
und durchgehet hin und wieder von einem Tor zum anderen das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und
Nächsten.» Die Kinder Levi taten, wie ihnen Moses gesagt hatte; und fielen des Tages vom Volk dreitausend Mann. ... Also
strafte der Herr das Volk." (vgl. 2.2.2.2.)
Bei diesem Kalb handelte es sich vermutlich um ein Stieridol: Inbegriff irdischer Vitalität und maskuliner Macht, die
gezähmt oder gar vernichtet werden mussten (vgl. etwa Mithraskult / Minotauros / Span. Stierkampf / Nordamerik. Rodeo
u.a.)
NT: Die drei "Könige" aus dem Morgenland: Mt 2,11 (vgl.: Gold: Ps. 119, 69-72 und 127; Weihrauch: Joh 4,23-24; Myrrhe:
Luk 8,15)
Jesu Dornenkrone / "König der Juden": "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und was will ich anderes, als
dass es brenne!" [Lk 12,49]
ANTIKE: Ovid: "Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat."
[Metamorphosen]
~ Sehnsucht nach einer Wiederkehr des durch Menschenschuld verspielten paradiesischen Zeitalters der urzeitlichen
Gottnähe (vgl. "Himmlisches Jerusalem") (vgl. auch Hesiod / Vergil)
Zeus / Olymp ( ==> Olympia / Goldmedaille)
6.2.2 Sprachliche Dimensionen
"GOLD" ~ "gelb", das gelbe Metall (SILBER ~ das weiße Metall) [AK]
Das Wort "Edelmetall" gilt stets als moralische Wertung
"AURUM" ~ das "leuchtende" Metall
Sprachliches Umfeld zu "GOLD" (alles [FD]):
Gediegen; goldrichtig; goldenes Herz; nicht mit Gold aufzuwiegen (= unübertrefflich); Elite; Sonntagskind
Abendgold (= Abendrot ~ Farbe der Liebe); "mein Goldschatz" / Augapfel / Goldstück
Für jmd. durchs Feuer gehen; Goldene Brücken bauen (~ helfen)
Gunst; Gnade; Goldonkel (~ Erblasser / Mäzen / Wohltäter); Goldgrube
Goldfinger (= Ringfinger ~ ewige Treue)
GNADE: "sich neigen"
1. zur Ruhe kommen, sich ablegen, Behagen (z.B.. mhd.: "diu Sunne (!) gie ze gnaden")
2. huldvoll sich neigen, Schutz / Hilfe gewähren
Beide Bedeutungen setzen gewissermaßen "Fülle in sich selbst" voraus
6.3 GESCHICHTE / LITERATUR / BRAUCHTUM
6.3.1 Historisches
Azteken / Inkas: Sonnenkönige / Sonnenkult / viel Gold:
"Teocuitlatl" (Gold) heißt "Götterkot, Ausscheidung der Götter" [HB]
Alexander der Große eroberte (auch) Ägypten (=> Alexandria), das damals (hinsichtlich des Besitzstandes) das
goldreichste (und silberärmste!) Land war (vgl. 3: "Sonne/Mond")
Christentum: Gold als Symbol des Himmelslichtes und der Vollkommenheit (vgl. Goldgrund der mittelalterlichen Tafelbilder
/ Ikonen) [HB]; bis heute werden die sakralen Kultgegenstände (Kelch usw.) vorwiegend aus Gold gefertigt.
"In der Antike wurden kostbare Heilkräuter mit Goldwerkzeugen ausgegraben, um ihre Kraft nicht zu mindern, und
Goldschmuck stand im Ruf, Schadenzauber abzuwehren." [HB]
In vielen alten Kulturen war Gold dem sakralen Raum und der Herstellung von Herrscherinsignien vorbehalten. [HB]
Im alten China galt Gold, das Sonnenmetall als Inbegriff der Uressenz Yang. [HB]
6.3.2 Alchemie
GOLD symbolisiert die Spannung zwischen Geist und Stoff, zwischen Licht und Gewicht ~ höchstes Stadium spiritueller
Entwicklung
6.3.3 Astrologie
Zuordnung "Löwe - Sonne - Gold"
Themen: - seelische Verausgabung (~ Feuerzeichen); sich-selbst-Erleben
- schöpferisches Handeln / tätige Individuation / der Souverän
- Kulmination der narzisstischen Selbstbezüglichkeit innerhalb des Tierkreises ("Krebs / Löwe /
Jungfrau" ~ die aristotelische "causa formalis")
6.4 ASSOZIATIVES
6.4.1 
"Apparition de l`église éternelle" (Olivier Messiaen)
"Goldbergvariationen" (J.S.Bach, in der Interpretation von Glenn Gould; als einziges Stück menschlicher Musik in der
Raumsonde "Explorer" unterwegs im All zu fernen Galaxien / fremden Kulturen)
"Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten" (Ton, Steine, Scherben)
"Brich an, du schönes Morgenlicht" (J.S.Bach in: Weihnachtsoratorium)
Jimmy Cliff: "The harder they come, the harder they fall"
6.4.2 (?) Biographien (?)
Glenn Gould: In der Einsamkeit Kanadas gestorben / zuletzt nur per Medien kommuniziert /
ausschließlich der Musik gelebt (~ höhere Berufung)
Roy Black (der "schwarze König"): Lieder über Nacht, Sonne, Liebe, Einsamkeit usw.; Alkoholiker /
Herzinfarkt / einsamer Suizid (~); auch "König der Löwen" genannt: ist von RTL mit 13 "Goldenen
Löwen" (sic!), d.h. mit so vielen wie keiner außer ihm, ausgezeichnet worden
Michael Jackson: einsam in einer Königsuniform in seinem Palast / "Ich liebe euch alle"
6.4.3 Kunst
Rembrandt: Der Mann mit dem goldenen Helm ("schwer / ernst / allein")
Goldgrund mittelalterlicher Sakralgemälde
6.4.4 Sonstiges
Fort Knox (unzerstörbar) / "Goldfinger"
Goldgräber / Goldrausch
Lion`s Club ("Löwenklub"): exklusiv / viel Geld, sozial verpflichtet / aus jedem Beruf einer
Wallstreet (das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft)
"Talmi" ~ falsches Gold
7 QUELLEN
7.1 VERWENDETE SYMPTOME
Wo nicht anders vermerkt, beziehen sich die Zahlen auf Hahnemanns CHRONISCHE KRANKHEITEN
Weitere Quellen:
Allen, T.F.: The Encyclopedia of Pure Materia Medica, Vol.II; New Delhi 1995 [TFA]
Jahr, G.H.G.: Ausführlicher Symptomen-Kodex der homöopathischen Arzneimittellehre;
Leipzig 1848 / Reprint Hamburg o.J. [GJ]
Hering, Conrad: The Guiding Symptoms of Our Materia Medica, Vol. 1-X, Philadelphia 1879 - 91;
Reprint New Delhi 1984 [CH]
Repertorien (MacRep; Synthesis) [REP]
7.2 SEKUNDÄR- / TERTIÄRLITERATUR
- Die Bibel - Altes & Neues Testament
- Biedermann, Hans: Knaurs Lexikon der Symbole; München 1989 [HB]
- Buber, Martin: Das dialogische Prinzip; Heidelberg 1965 [MB]
- Dornseiff, Franz: Der Deutsche Wortschatz nach Sachgruppen; Berlin 1970 [FD]
- Gallasch, Christian: Similibus; Bremen 1997 [CG]
- Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Sprache; Berlin 1975 [FK]
- Masi-Elizalde, A.: div. Seminarmitschriften [AM]
- Pelikan, Wilhelm: Sieben Metalle; o.O. 1968 [WP]
- Thomas von Aquin, Summe der Theologie; Göttingen 1985 [S.Th.]
7.3 AUTOR DER HYPOTHESE
Die vorgelegte Materialordnung + Hypothesenbildung erstellte in Anlehnung an das "Schema zur Darstellung
überarbeiteter homöopathischer Arzneimittel" von Stefan Preis:Christian Gallasch, Bremen
8 DD
CALC: Inkarnation und Verantwortung
CON: Teilhabe am Schöpferischen
MERC: Welt als Hölle
NAT-M: Aufopferung als Sykose
PLAT: Selbsterhöhung
SEP: Sozialität als Pflichtübung
VERAT: Das Drama des Prinzen
9 EIGENE FÄLLE
(Können auf Wunsch zugänglich gemacht werden.)
Bremen, im Mai 1996
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