[i] Es könnte ein (fr.)"entre" sein (zwischen, mitten unter), vielleicht auch ein (fr.) "milieu" (inmitten) - an der Schwelle, wo das Einzelne seiner Situierung im Gemenge noch gewiss / schon ungewiss / noch ungewiss / schon gewiss ist.
[ii] (Die Untersuchung) "... verlangt von dem Heilkünstler nichts als Unbefangenheit und gesunde Sinne, Aufmerksamkeit im Beobachten und Treue im Aufzeichnen des Bildes der Krankheit . (Hahnemann, S., Organon § 83)
[iii]
Hahnemann schildert freilich den Homöopathischen
Selbstversuch weniger aus der Sicht eines Masochisten denn als erheblichen
Gewinn von Eigennutz: " Ferner wird er [der Arzneien prüfende Arzt;
C.G.] durch solche merkwürdigen Beobachtungen an sich selbst, teils zum
Verständnis [sic!; C.G.] seiner eigenen Empfindungen, seiner Denk- und
Gemüthsart (dem Grundwesen aller wahren Weisheit:
) (...) gebildet (...). Der Selbstversucher (...) weiß es
gewiss, was er gefühlt hat. (...) Seine Gesundheit wird
unveränderlicher; er wird robuster, wie alle Erfahrung lehrt."
a.a.O. § 141, Fußnote
[iv] Hahnemann, S., a.a.O. § 84
[v] Manchmal freilich entpuppt sich die Verschreibung als Ver-sprecher ...
[vi] vgl. Masi-Elizalde, A. / Preis, S., Überarbeitung der Lehre ... s.a. Preis, S., Zur Überarbeitung der Homöopathie ...
[vii] Hahnemann, a.a.O. § 87
[viii] Hahnemann, a.a.O. § 89
[ix]
(gr.)
: Wahrnehmung, Bemerken,
Empfindung, Kenntnis, Erkenntnis, Verständnis, Einsicht, Sinn.
[x] Dabei ist das Vollstrecken der "Ähnlichkeitsregel" nichts weniger als ein "Übersetzen" im trivialen Sinn: Schon das klassische Verständnis des Übersetzens - eine möglichst im Verhältnis 1:1 stattfindende Synonymisierung einer vermeintlich identisch bleibenden Bedeutung - ist längst obsolet geworden. Viel eher ist es ja ein Übersetzen, eine Fahrt über den Abgrund/Spalt an ein imaginiertes anderes Ufer, das wir beim Start der Kahnfahrt noch gar nicht kennen.
[xi] Die in diesem Kontext wichtigsten sind in den Literaturnachweisen zusammengestellt
[xii] vgl. Rukavina, L., Die De-Strukturierung des Homöopathischen Verfahrens.
[xiii] Boss, M., Grundriss der Medizin.
[xiv] Die bei Klunker doch recht wirre Rezeption Heideggers kann ich hier nicht angemessen vertiefen; ich verweise auf seine (Vor-)Schriften (Literaturliste).
[xv] vgl. Husserl, E., Logische Untersuchungen.
[xvi]
Eine weitergehende Auseinandersetzung mit Husserls Phänomenologie
erscheint mir - jedenfalls mit engem Bezug zur Homöopathie - nicht
ergiebig: Wie auch keiner wohl auf die Idee käme, etwa mit den Methoden
der vergleichenden Wirtschaftswissenschaften Monteverdis Marienvesper zu
interpretieren ....
Ganz anders sieht dies H.Eppenich in: Eppenich, H., Inwiefern ist die
Homöopathie eine phänomenologische Medizin?
[xvii] vgl. Heidegger, M., Sein und Zeit.
[xviii] vgl. hierzu: Gallasch, C., Die (Heil-)kunst hat nie ein Mensch allein besessen.
[xix] Hahnemann, a.a.O. § 83
[xx] vgl. hierzu: Kogge, W., Verstehen und Fremdheit ...
[xxi] vgl. hierzu die brillianten Ausführungen von Cristina Lafont, die Heideggers vielbeschworene "linguistische Wende" als "Hypostasierung der Sprache" und somit als unverändert transzendental-ontologische Sichtweise kenntlich machen: Lafont, C., Sprache und Welterschließung.
[xxii] Gadamer hielt Heideggers Versuch, die traditionelle Metaphysik zu überwinden, zu recht für gescheitert: Letztlich sei er doch in einer verdeckten Transzendentalontologie verblieben.
[xxiii] vgl. Gadamer, H.-G., Wahrheit und Methode.
[xxiv] Nachdem Klunker Heideggers Ansatz zur "Fundamentalontologie" umdefiniert hat, gluckert hier vielleicht eine Quelle seiner Weigerung, Gadamer überhaupt zur Kenntnis zu nehmen: Gadamers Kritik und Weiterentwicklung hätte sein Theorem von der apriorischen Gewißheit elementar zerzaust und in ein Feld dialogischer Offenheit/Ungewissheiten taumeln lassen ....
[xxv] Die gleiche Elle wird auch an das Lesen von Texten angelegt.
[xxvi] "Wo möglich läßt er sie stillschweigend ausreden ..."; Hahnemann, a.a.O. § 84
[xxvii] In einem Punkt sind sich die Herren allerdings einig: Die mit offenen Sinnen vorgenommene Lektüre der Texte der Tradition führt den Leser untrüglich an die Quellen der Wahrheit. Hahnemanns Lektüre war freilich um einiges kritischer - bei aller Offenheit.
[xxviii] vgl. Lévinas, E., Zwischen uns, sowie: Buber, M., Das dialogische Prinzip.
[xxix] Zur sprachanalytischen Reflexion des (Homöopathischen) Delirs vgl. Gallasch, C., Sprache, Psychose, Homöopathie.
[xxx]
Derrida, Jacques;
(Gadamer hätte sich wohl eher "Noch nicht" genannt, wenn das
Deutsche derlei Anagrammatik gefördert und Gadamers Mangel an Narzissmus
dies nicht verhindert hätten.)
Wenn wir die Namensmystik im Deutschen fortsetzen wollten (und Derrida hat
dies - wie Lacan - gern gepflegt), so würden wir bei Jacques
Derrida, eben "Jade" landen. Die Etymologie
weiß zu berichten, daß dieses Wort aus dem spanischen "piedra de
ijada" (lt.: petrus ilium, dtsch.: Stein der Eingeweide) zu uns
gewachsen ist. Im Griechischen hießen die (lt.) "ilia"
ebenfalls "
", allerdings in der Hauptbedeutung
"Scham". Bringen wir diese Urbedeutung mit dem homophonen Jadebusen
in Verbindung, so steht vor uns das berühmte Frauenleib-Gesicht des
belgischen Wahrnehmungs-Verwirrers René Magritte als bildhaftes Paradigma
des Derrida´schen Diskurses: Spalt - Frau - Verneinung - Spur - Hymen
- usw.
Berücksichtigen wir noch, daß der Jadeit im alten China als Schmuck-
und Waffen-Material Verwendung fand, so findet hier eine
Sprachwerdung des Geschlechterverhältnisses statt, welches Derrida stets
auf das Entschiedenste abzuwehren sich bemüht!
[xxxi] vgl. das zeitgenössische "voll-/zu-texten"
[xxxii] Innerhalb der europäischen Sprachen ist das Französisch wohl eine der reichhaltigsten hinsichtlich des Changierens von Klang, Zeichen und Bedeutung; die sprödeste scheint das Finnisch zu sein, wo alles so gesprochen wie geschrieben wird; Finnen haben eine andere Technik, den Riss hörbar zu machen: Die Lakonie.
[xxxiii]
Das Lachen etwa ist eine Negation des Todes, damit auch sein Wagnis:
Souverän und echt wird das Lachen aber erst, wenn es stumm, abwesend ist
- andernfalls läßt es einen Raum für die Rekonstruktion eines neuen
Sinns, bleibt also nur ein halbes Lachen.
Ein Jeder kennt das Entsetzen, das einen befällt, wenn jemand einen Witz
erzählt, bei dem sich das berstende Lachen der Zuhörer nicht einstellen
mag, und sodann beginnt, seinen Witz zu erklären ...
[xxxiv] vgl. hierzu: Tholen, T., Erfahrung und Interpretation.
[xxxv] ..., auch wenn Derrida sich mit Händen und Füßen gegen solch infame Deutung sträubt ...
[xxxvi] Derrida, J., Mémoires. Für Paul de Man, S.168.
[xxxvii] In dieser Weise betrieb Luther seine Bibellektüre: Was nicht "ad Christum" gehe, hat er schamlos ignoriert (wenn auch getreulich übersetzt ...).
[xxxviii] Hahnemann, S., a.a.O., § 84
[xxxix] ebd.
[xl] Dieses Wort ist nicht einmal im großen Grimm verzeichnet!
[xli] vgl. Gallasch, C., Subjekt, Begehren, Synergie, S. 4, FN 20
[xlii] Hahnemann, S., a.a.O., § 96, Fußnote
[xliii] s. Lacan, Jacques, Schriften I / II / III. vgl. Roudinesco, E., Jacques Lacan.
[xliv]
Das Präfix "unter-" ist dem lateinischen "inter"
verwandt, womit wir wieder beim Zwischen ankommen: Wenn wir unter-brechen,
brechen wir zwischen, schlagen eine Bresche, Schneise, Spur. Eine Fußnote
unterbricht den Lesefluss, ist eigentlich eine Fußspur ...
Mit dem ebenfalls verwandten griechischen "
yyyyyyy"
(entera), den
Eingeweiden, nähern wir uns unversehens dem Ort, wo die Chinesen das
Zentrum der Lebenskraft situierten - das Kar wird zur Quelle. (vgl. Kluge,
F., Etymologisches Wörterbuch)
[xlv]
Natürlich gibt es jene, die nie unsere Patienten waren: Sie bleiben weg.
Aber die unsere Patienten sind: Sie kommen bisweilen nach fünf oder mehr
Jahren wieder, weil ihnen "damals" das Ersehnte zuteil wurde.
[xlvi]
Die Vorsilbe "ent-" ent-stammt dem griechischen
"anti-" und dem lateinischen "ante". Bedeutung: auf-etwas-hin
und Trennung-von. Sie lebt in unserer Sprache
vielfältig weiter, nicht zuletzt in "Ant-litz/-wort". (s.
Kluge, F., Etym.Wörterbuch)
Vor f wird das "ent-" zu "emp-" (emp-fangen /
-finden u.ä.)
vgl. Levinas, E., Zwischen uns.
[xlvii]
Zur Etymologie: Verwandt mit den "Ahnen", bezeichnet die Wurzel
"ahn-" die Gestaltnähe von Blutsverwandten. Zugleich ist eine
Verbindung nachweisbar zu "ein-" (≈ "einlich"),
wie wir sie von (lt.) simile und (hebr.) semel kennen.
(Masi-Elizaldes "primäre Psora" wäre dann unsere "Ur-Ähnlichkeit"
mit Adam/Eva.)
"Ähnlich" ist nicht verwandt mit dem Verb "ahnen"!
[xlviii] Bedeutung: "anfänglich heraus, ursprünglich" (ähnlich: "dar-"); unbetonte Form des betonten "ur-", z.B. in Urteil ≈ erteilen, Urlaub ≈ erlauben, Urheber ≈ erheben, Urkunde ≈ erkennen usw.
[xlix] "Die Quelle des Flusses ist das Meer", sagt Derrida; in: Randgänge der Philosophie.
[l] vgl. Gallasch, C., Die (Heil-)Kunst hat nie ein Mensch allein besessen.
[li] vgl. hierzu: Gallasch, C., Subjekt, Begehren, Synergie.
[lii]
(gr.): stammverwandt mit (dt.)
"tarnen".