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Startseite » in.form.alia » 2002 - 4.Jhg. » Nr.1 » Auch das noch Leserin-Post und Post-Scripta in eigener Sache |
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Dr. Wolf-Peter Merksen aus Bad Salzuflen schreibt uns: "(...) Nach sorgfältiger Lektüre aller bisher erschienenen in.form.alia richte ich folgende Fragen an die Redaktion, betreffend die Darstellung des Referenzsystems von Dr.Gareaudy (0/1999, S.19-23): 1. In den Literaturnachweisen ist ein Werk von Dr.Arberger über Dr.Gareaudy zu finden, welches in Bad Salzuflen erschienen sei. Ich lebe und arbeite nun in nachweislich 11. Generation in diesem bezaubernden Lippe´schen Städtchen, kenne aber keinen ortsansässigen Verlag, der medizinische Fachliteratur herausgibt. Auch mein Buchhändler konnte mir nicht weiterhelfen. Können Sie es? 2. Da ich meine Urlaube seit vielen Jahren in der Bretagne verbringe, würde ich Sie gern um die Adresse Dr.Gareaudys bitten, sofern Sie darüber verfügen. Im Übrigen: Gut so, weiter so!"
Wir antworten: Dank für Ihr aufmunterndes Interesse! Einen Homöopathen namens Jean-Luc Gareaudy gibt es unseres Wissens nicht. Eine Adresse können wir folgerichtig auch nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten vermitteln. Sogar das zitierte Buch hat sich unmittelbar nach der Veröffentlichung unseres Artikels selbst verschluckt und ist seitdem unauffindbar (lediglich der Schutzumschlag ist uns erhalten geblieben und kann kostenlos in Bremen besichtigt werden). Wir gestehen errötend: Das vorgetragene Referenzmodell ist reine Ergrübelung, gerade deshalb aber auch nicht schlechter als andere zeitgenössische Ergrübelungen.
Quod erat demonstrandum.
Der praktische Test auf die Tauglichkeit des referierten Referenzsystems bleibt freilich jedem unbenommen. Wir lehnen allerdings jegliche Haftung ab, falls er ähnlich sensationelle Effekte hervorbringen sollte wie etwa Sehgals Rubriken-Dolmetscherei ("OPIUM für alle!" - und was ist mit CANNABIS, ANHALONIUM oder PSYLOCYBE, von STRAMONIUM ganz zu schweigen!?). Die Verantwortung bleibt strikt beim Behandler. Wie immer. Es soll aber keiner nachher sagen, wir hätten nicht gewarnt.
Die irritierten oder entsetzten Zuschriften waren freilich in der Minderzahl. Das bestärkt uns in der Zuversicht, daß unter den in.form.alia-lesenden HomöopathInnen der Humor, das bacchantisch Fließende, doch in der Mehrheit sei! Wer die Doppelbödigkeit des o.g. Textes gar nicht gemerkt hatte, sei unserer Absolution gewiß und lese erneut - mit doppelherzlichem Mehrvergnügen!
Also, lieber Leserin, künftig: Cave satiram! *
Die Redaktion
* SATIRA/Satura [lt]: Leipziger Allerlei in großer Weiheschüssel; metonymisch auch: Stegreifstücke in lockerer Versform (≈ "ein Kessel Buntes"), das die Schwächen der Menschen und politische / gesellschaftliche Zustände geißelte (u.a. von "sapere-aude"-Horaz gepflegt!); verwechselbar mit: SATYRUS [lt]: Satyr, dionysischer Bock; metonymisch auch: Parodistisches Nachspiel der griechischen Tragödie, damit das geneigte Publikum nicht gar zu ungetröstet in die Nacht entlassen werden mußte ...
Derlei im Wort SATIRE waltende Mehrdeutigkeit< - Geißel und Trost - kennzeichnet treffend die dionysisch-apollinische Dimension des editorischen Konzepts der in.form.alia.
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19. Dezember 2005