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B: KrankheitslehreHier geht es um individuelle Reaktionsformen im Sinne einer "degenerierenden (~ableitenden) Konsekution" ("Die Krankheit zum Tode"). Vorgeburtliche Zäsuren oder Narbenbildungen schließt Gareaudy nicht aus, bekennt jedoch, dazu keine schlüssigen Erkenntnisse zu besitzen. Die fraglichen Prozesse seien jedoch auch in nachgeburtlicher Metamnese ausreichend beschreibbar.
Im Folgenden das "normale" Degenerationsschema einer Krankheitsgeschichte mit den jeweils entsprechenden (~) katalytischen Aggregaten im psychischen Apparat (Erlebter Zustand bzw. Reaktion ~ analoges Seelensymbol; e = degenerative Abfolge):
Blind (Baby) ~ Hingabe e Traumatisiert (Traumen beliebig) ~ Schmerz (Trauer / Weinen) e Kompensation: ~ Triumph - passiv ("totstell") - aktiv (Kampf) e Angepasst ("adapté") (= an die Umgebung fixiert) ~ "Balance-Starre" e Dekompensation: - passiv (degenerative / unheilbare Krankheiten) - aktiv (Alk / Suizid u.ä.) ~ Absturz Anders gesagt: Im Erleben schreiten wir von der frühen Blindheit über die traumatisierende Erfahrung des Daseins zu den ersten Kompensationsversuchen; diese werden - je nach Temperament - eher aktiv oder passiv ablaufen; nach einer Übergangsphase der Anpassung (und Schein-Gesundheit) bricht das System zusammen und dekompensiert. Dieser ontogenetischen Entwicklung entsprechen die "Seelenaggregate" der Hingabe, des Schmerzes, des Triumphs, der starren Balance und des Absturzes. Aus dem so Entwickelten resultiert Gareaudys Definition von Heilung: Heilung sei nur denkbar als "regenerierende Metanoia" (~ Umdenken / Umkehr), hin zu einer "sehenden Hingabe", d.h. zu einer metaphysisch überhöhten Heimkehr zum Ausgangszustand ("Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...").
C: Semantik (Verständigung über sich selbst)In diesem Fragekontext befinden wir uns zwischen drei einander überkreuzenden Polaritäten: 1. Konkret ... metaphysisch Im Kontext semantischer Reflexion müsste hier eher von "konkretistischem und abstrakten Sprechen" die Rede sein; gemeint ist ja die Rede von "gesundem Gemüse" versus "hilfreiches Gebet" 2. Chaotisch (unbewusst) … gesteuert (bewusst) Die seit Freud hochgeschätzte Unterscheidung "bewusst - unbewusst" könnte heute als obsolet gelten; deshalb ersetzt Gareaudy sie durch "chaotisch - gesteuert"; gemeint ist letztlich die miasmatische Polarität zwischen Hingabe und Egotrophie. 3. Symbolisch (lesbar ["déchiffrable"]) … dysbolisch (nicht lesbar) In deutlicher Kritik an der psychoanalytischen Tradition fordert Gareaudy für das Individuum die Chance, auch "nicht lesbare" Lebensmanifestationen produzieren zu dürfen: Der Psychologe / Homöopath, der seinem Verständnis jede winzigste Lebensäußerung des Patienten einzuverleiben bestrebt ist, ist in seinen Augen ein Vergewaltiger. |
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19. Dezember 2005